free website builder

BUCHBERLIN Berliner Abendschau – 2018
© ARD

BUCHBERLIN Impressionen – 2018
© Mike Hopf

BUCHBERLIN Dokumentation – 2017
Entstanden 2017 im Rahmen des Seminars S608, EHB, Soziale Arbeit veröffentlicht von CircleMusic/Lucas Seifert
Musikrechte bei Friedrich Rohde

BUCHBERLIN Impressionen – 2016
veröffentlicht von CircleMusic/Lucas Seifert
Musik: Fresh Body Shop

Buchmesse Die „BUCHBERLIN“ ist ein Fest für kleine Verlage

Berliner Zeitung | Lisa Steiner | 24. November 2017

Bei dem Wort Buchmesse denkt man sofort an Frankfurt oder Leipzig. Doch tatsächlich haben wir Berliner mittlerweile auch eine. Die BUCHBERLIN. Sie findet dieses Wochenende im Neuköllner Hotel Estrel statt. Der geräumige Veranstaltungsort ist der rasanten Entwicklung geschuldet. Denn die Messe gibt es zwar erst seit vier Jahren. Sie hat sich binnen der kurzen Zeit aber zur bundesweit drittgrößten Messe für Literatur entwickelt. Aus anfänglich 60 Ausstellern wurden rund 250.

„Gestartet haben wir vor vier Jahren im Audimax der HTW. Dort ist aber natürlich für so viele Verlage nicht ausreichend Platz“, erzählt Messeleiterin Steffi Bieber-Geske. Die 39-Jährige schreibt und verlegt selbst Kinderbücher. Und sie hat die Messe ins Leben gerufen. Aus Frust, wie sie sagt: „Ich war furchtbar frustriert von meiner eigenen ersten Erfahrung als Autorin in Leipzig. Als kleine Verlegerin kann man sich die hohen Standgebühren schwer leisten. Und dann hatte ich das Pech, neben einem riesigen Verlag zu stehen und wurde einfach übersehen.“


LGBT-Abteilung mit einer Ausstellung

So erklärt sich auch die Ausrichtung der BUCHBERLIN. Die rund 3.000 Titel, die es am Sonnabend und Sonntag zu entdecken gilt, stammen alle von unabhängigen Verlagen oder Selfpublishern – also Autoren, die selbst verlegen. „Das reicht von bekannteren Verlagen wie dem Kinderbuchverlag Tulipan und der Stiftung Warentest bis hin zu Anbietern, die man sonst selten im Handel findet“, so Bieber-Geske.

Auch genremäßig ist alles abgedeckt: vom Sachbuch – Kochen, Fitness et cetera – über den Krimi bis hin zum Fantasy-Roman ist alles dabei. Einen großen Bereich gibt’s auch für Kinderbücher, und auch die „Queer Books“ decken einen eigenen Bereich ab. Neben Büchern wartet in der LGBT-Abteilung auch eine Ausstellung auf das Publikum. Gezeigt werden Bilder des Berliner Künstlers Lars Deike, der unter anderem Akte von queeren Prominenten malt.


Stadtspiel mit Schnitzeljagd

Ebenfalls mit Nacktheit zu tun haben die Bücher aus dem Wannenbuchverlag. „Der Verlag macht Bücher für die Badewanne, nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene“, sagt Messe-Chefin Steffi Bieber-Geske. Das Besondere ist nicht nur, dass diese Werke aus Gummi sind und das Vollbad-Lese-Problem somit einfach in Wasser auflösen. Sondern sie sind auch auf „Badedauer“ getrimmt. Bieber-Geske: „Die Lesezeit pro Stück beträgt zirka 15 Minuten.“ Zur Auswahl stehen Krimis, Humoristisches und Highlights wie „Badewannenyoga“ und „Goethe erotisch“.

Als weitere Schmankerl nennt die Messe-Chefin die Bücher des Wunderhaus Verlages und jene von Stadtspiel. „Wunderhaus macht ganz tolle Märchenbücher, für Kinder und Erwachsene – alte Märchen, von Grimm bis hin zu Andersen, neu und unglaublich toll illustriert.“ Bei Stadtspiel wiederum ist der Name Programm, im Angebot unter anderem: Schnitzeljagden für verschiedene Berliner Kieze (Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain). Zur Erklärung für die Jugend von heute: Das ist dann wie Geocaching, aber echt ohne Handy.


– Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/28944266 ©2018

BUCHBERLIN 2017 | Estrel Hotel

BERLIN [030] 25. November 2017 @ 10:00 - 26. November 2017 @ 18:00

Das Fest des geschriebenen Wortes, die Zelebration der literarischen Schreibkunst: Die 4. BUCHBERLIN öffnet ihre Türen und lädt alle Leseratten und Bücherwürmer herzlichst dazu ein, in den neuesten Erscheinungen zu schwelgen. Rund 200 Verlage und Selfpublisher aus ganz Deutschland werden ihr Programm vorstellen, außerdem sind wie jedes Jahr zahlreiche Autoren anzufinden. Je nach beidseitigem Bedarf kann mit diesen dann Smalltalk oder Deeptalk abgehalten werden. Oder auch gar kein Talk, wer nicht in Stimmung ist: Bei den Lesungen lässt es sich gut passiv berieseln. Auch dieses Jahr liegt der Fokus auf unkonventioneller, neuartiger Literatur, die gelegentlich aus dem Rahmen fällt. So stellt der Cursed Verlag seine neuen Erscheinungen der Rubrik Gay Romance vor, das Autorenkollektiv Märchenspinnerei präsentiert moderne Märchenadaptionen und beim Ahead and Amazing Verlag sind Wahrscheinliche-Welten-Romane anzufinden.

BUCHBERLIN – die Kleinen groß machen

Bild.de | 19. November 2017

Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die BUCHBERLIN als viertgrößte Buchmesse in Deutschland etabliert. Rund 200 unabhängige Verlage und Selfpublisher werden dort am Wochenende ihre Bücher präsentieren.

Während auf der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse kleine und mittlere Verlage fast nur noch Spalier für die großen Medienunternehmen stehen, sind auf der BUCHBERLIN ausschließlich unabhängige Herausgeber vertreten.

Messechefin Steffi Bieber-Geske (38): „Gerade kleinere Verlage stecken oft viel Herzblut in ihre Bücher, weil sie nur über die Qualität verkaufen können. Vielen fehlen einfach die Mittel, um das nötige Marketing zu finanzieren. Somit haben gerade sie es trotz toller Bücher schwer, Plätze in den Regalen der Buchhandlungen zu ergattern. Sie brauchen ein solches Podium.“

Den Besucher erwartet somit eine bunte Vielfalt an Büchern und er kann jenseits der Bestseller-Listen die eine oder andere Rarität entdecken. Denn gerade die kleinen Verlage kümmern sich auch um nicht so gewinnträchtige Sparten und setzen thematisch neue Trends.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie ein Buch entsteht, kann auf der BUCHBERLIN locker mit Verlegern und Autoren in Kontakt kommen. Insgesamt sind 65 Lesungen in drei Lesesälen geplant. Außerdem gibt's zahlreiche Signierstunden von Autoren an den Ständen.

Selbst bekannte Autoren von großen Verlagshäusern kommen gern auf die BuchBerlin, auch wenn ihre Verlage selbst auf der Messe nicht vertreten sind. So liest Paul Bokowski aus „Allein ist man weniger zusammen“ und „Keinohrhasen-Autor“ Klaus Baumgart aus „Lauras Stern“.

Steffi Biber-Geske: „Besonders freue ich mich über das breite Angebot von Kinder- und Jugendbüchern auf der Messe. Als Mutter von zwei Kindern weiß ich, wie wichtig gute Kinderbücher sind. Es regt nicht nur die Fantasie der Kleinen an, sondern vermittelt beim Vorlesen auch Geborgenheit.“


Lesen, entdecken, lauschen: BUCHBERLIN gastiert in Neukölln

FACETTEN-MAGAZIN NEUKÖLLN | Redaktion | 20. November 2016

Dass es in Deutschlands größter Stadt keine Buchmesse gibt, hat sich dank Steffi Bieber-Geske im vorletzten Jahr geändert. Im November 2014 veran-staltete die Brandenburgerin mit ihrem Verein Bücherzauber die erste BUCHBERLIN. „Damals gab es gerade mal gut 60 Aussteller“, berichtet Janet Blume, Pressesprecherin der Buchmesse in der Hauptstadt.

„Inzwischen hat sich die Zahl mehr als verdreifacht, wobei wir aber immer noch Wert darauf legen, nur unabhängige Kleinverlage und Selfpublisher zuzulassen.“ Damit ist die BUCHBERLIN – nach den renommierten Messen in Frankfurt, Leipzig und Mainz – nunmehr deutschlandweit zur viertgrößten Veranstaltung ihrer Art herangewachsen. „Anders als die“, so Blume, „haben wir aber noch keinen festen Standort.“ Dass die BUCHBERLIN an diesem Wochenende im Congress & Messe Center des Neuköllner Estrel-Hotels von Steffi Bieber-Geske und Brandenburgs Staatssekretär Thomas Kralinski eröffnet werden konnte, sei einem glücklichen Zufall zu verdanken: Der PR-Manager des Hotels habe sich gefragt, warum es in Berlin eigentlich keine Buchmesse gibt und sei bei Recherchen zu der Erkenntnis gelangt, dass dem doch so ist. „Daraufhin hat er Kontakt zu uns aufgenommen und die Location angeboten. Deshalb sind wir nun diesmal hier.“


Um die 4.000 Besucher erwartet das überwiegend ehrenamtlich arbeitende Organisationsteam des Bücherzauber e.V., das für die dritte Auflage der Berliner Buchmesse gleich ein Novum im Gepäck hatte: Für die Aussteller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Autoren und Illustratoren begann das Programm schon vorgestern mit einer Tagung. „Viele Kleinverlage und Selfpublisher haben noch einiges an Nachhilfe nötig, was elementare Dinge der Finanzierung, Buchkalkulation, Vermarktung, Covergestaltung und professioneller Verlags- und Veranstaltungsorganisation sowie den Vertrieb betrifft“, wissen Janet Blume und auch Steffi Bieber-Geske, die seit 2010 Chefin des Kinderbuchverlags Biber & Butzemann ist. Bei der Präsenz am Messestand gebe es ebenfalls noch oft Defizite, „Sitting is not selling“ sei daher eine von vielen Erkenntnissen bei den Workshops und Expertenvorträgen gewesen. „Kleine Verlage und Selfpublisher haben nur die Chance, sich durch Qualität abzuheben und gestalten oft mit viel Herzblut und Engagement tolle Bücher. Doch der Mangel an Zeit, Budget und Erfahrung macht es mitunter schwer, die Bücher gut im Buchhandel zu platzieren und eine größere Anzahl an Lesern anzusprechen“, ist Steffi Bieber-Geske überzeugt. Autoren würden ihrem Erfolg hingegen selber im Weg stehen, weil sie nicht extrovertiert genug sind und ihnen die Selbstvermarktung schwer fällt. Bei der BUCHBERLIN können sie das bei der Tagung Gelernte nun unmittelbar in die Tat umzusetzen beginnen. Zudem halten einige Aussteller weitere Tipps für den Weg in und durch die Welt des Schreibens parat.


Belletristik, Gay- und Queer-Literatur, Fantasy und Kinderbücher sind die Genres, die den größten Raum in den beiden Ausstellungshallen einnehmen, aber auch für diverse andere Sparten ist Platz. „Besucher sollen auf der BUCHBERLIN einen schönen Tag verbringen, in besonderen Büchern stöbern, Lesungen besuchen, tolle Geschenkideen für Weihnachten entdecken und mit Autoren plaudern“, beschreibt die Initiatorin ihre Vision. Rund 60 Lesungen für Kinder und Erwachsene laden zum Lauschen ein, bei zahlreichen Signierstunden lässt sich der Kontakt zu den Schriftstellern intensivieren. „Die BUCHBERLIN schafft Räume zum Entschleunigen und Schatzsuchen“, stellte Staatssekretär Thomas Kralinski bei seiner Begrüßungsansprache fest: „Das ist hier alles andere als Massenbuchhaltung.“


Die klitzekleine BUCHBERLIN 2014

Leipziger Lerche – Studentenzeitschrift des Studienganges Buchhandel/Verlagswirtschaft der HTWK Leipzig | Stephanie Hübner | 18. November 2014

Berlin gegen Leipzig. 500 gegen 84.500 Quadratmeter. Kein Fehler. Es handelt sich um einen Vergleich der Ausstellerflächen der Buchmessen beider Städte. Wegen fehlender Routine zieht die Hauptstadt den Kürzeren. Im Audimax der HTW Berlin fand letztes Wochenende die BUCHBERLIN 2014 statt. Die Lerche hat Eindrücke gesammelt.

Es geht familiär zu. Zu beiden Seiten der drei Gänge im großen Saal präsentieren sich rund 60 kleine und mittlere Verlage der Region Berlin-Brandenburg. Große Werbestände? Fehlanzeige. Hier sind Bücherliebhaber unterwegs. Für solche hat Steffi Biber-Geske mit dem Verein Bücherzauber die neue Buchmesse Berlins ins Leben gerufen. Dass eine Hauptstadt keine Buchmesse habe, sei Motivation genug gewesen, so Kati Biber, die Schwester der Initiatorin. An Kosten entstehen den Verlagen nur geringe Standgebühren. Große Verlagshäuser wurden bewusst außen vor gelassen. „Wir wenden uns an die kleinen Verlage, um einen Kontrast zu den großen Messen zu bieten“, sagt Kati Biber. „Das eingenommene Geld geht hier direkt an die Verlage, niemand kassiert dazwischen ab.“ Für kleine Verlage sei das ein wichtiges Kriterium für bzw. gegen einen Auftritt in Frankfurt oder Leipzig.

Hauptberuflich ist Steffi Biber-Geske Kinderbuch-Verlegerin. Ihren Verlag Biber & Butzemann gründete sie, weil sie für ihren Sohn kein Kinderbuch über Rügen fand. Darum schrieb sie die Urlaubsgeschichten mit Lilly und Nikolas selbst. Mit ihnen erfahren kleine Leser viel über die verschiedenen Urlaubsregionen Deutschlands und deren Sehenswürdigkeiten. Die Abenteuer der Reihe können sie mit ihren Eltern vor Ort selbst erleben – crossmediales Lesen in traditionell, quasi. Die Idee ist so beliebt, dass das Touristikunternehmen TUI auf den Verlag zukam und ein Reisemalbuch mit Lilly und Nikolas orderte.


Kleine Ideen schlagen große Wellen, das beweist auch Dorothea Flechsig. Die Gründerin des Glückssschuh Verlags begeistert Kinder mit Tierfreundin Petronella Glücksschuh, Fledermaus Sandor und Chamäleon Chacha-Casha. Ihre Abenteuer gibt es in allen wichtigen Medienformen: Hardcover, Taschenbuch und Hörbuch. Mehr noch: eine professionelle Bilderbuch-App ziert seit Kurzem das Programm des kleinen Verlages! „Ich denke es ist wichtig jetzt Erfahrungen mit Apps zu machen, wo der Markt sich noch finden muss. Wenn ich damit später beginne, haben die großen Player den Kuchen unter sich aufgeteilt.“, kommentiert Flechsig den zukunftsweisenden Schritt.

Exot auf der Messe: Edition Wannenbuch. Der Verlagsname meint, was er sagt: „Badewannenbücher für Erwachsene“. Vielseitige Genres werden in wasserfesten, knautschbaren Büchern bedient. „Für unsere Autoren ist es schwer sich so kurz zu halten, aber ein Wannenbuch fasst eben keine 300 Seiten.“, sagen die Gründer. Der Verlag etabliert seine Idee seit fünf Jahren in deutschen Badezimmern: treue Wannenbuch-Sammler fragen regelmäßig nach neuen Titeln.


Mindestens genauso ausgefallen ist der Verlag Fred und Otto. Einen Reiseführer für Hundebesitzer suchte der Verlagschef des Vergangenheits-Verlags. Und weil er keinen fand, wurde ein Imprint gegründet, das damit bereits erfolgreicher ist, als das Ursprungsunternehmen. Zum Programm gehören inzwischen zahlreiche Belletristik-, Cartoon- und Sachbuchtitel.


Kleine Verlage, große Partnerschaften

Auf der Messe ist auch der Hinstorff-Verlag. Ein besonderes Buch sticht ins Auge: ein Facebook-Rostock-Album. Die Idee kommt doch vom Silberburg-Verlag aus Stuttgart? „Tatsächlich haben wir dafür mit Silberburg zusammen gearbeitet. Das ist ein regionaler Titel, geschäftlich kommen wir uns damit nicht in die Quere, wir helfen uns eher gegenseitig.“ Dass sich kleine Verlage nicht hauptsächlich Konkurrenten sein dürfen, war bei den meisten Verlagen zu hören.


Viele der Verlegerinnen und Verleger auf der Messe veröffentlichen (unter anderem) ihre eigenen Werke. Sie sind damit nicht einfach Selfpublisher. Sie führen Wirtschaftsunternehmen und zwar mit Leidenschaft für ihre Inhalte. Dass sie mit einer Firmierung Glücksschuh mehr Handlungsmacht auf dem Markt hat, hat Dorothea Flechsig erkannt. Trotzdem sagt sie: „Es ist eine Menge Arbeit und kostet viel Nerven und Zeit. Das darf man nicht unterschätzen.“


BuchBerlin 2014: ein gelungenes Projekt

Die BuchBerlin hat für ihre geringe Größe viel zu bieten. Es gibt für jeden die richtige Literatur, auch abseits des Mainstreams. Es ist hier einfacher mit den Verlagen ins Gespräch zu kommen, als auf großen Messen. Die Unterhaltungen sind ungezwungener. Wenn das Fachsimpeln zu anstrengend wird, steht die Stärkung im Foyer bereit. Und wenn das Stöbern auf Dauer zu fad sein sollte, bauen sich Spannungsbögen im Halbstundentakt auf den Lesebühnen auf. Für alle Fälle ist gesorgt. Klitzeklein, aber fein.